Sonntag, 17. Januar 2010

Hallo liebe Leute!

Erstmal vielen Dank für die ganzen lieben Glückwünsche! Ich hab mich sehr gefreut!

Und alles Liebe zum Geburtstag Jule!
In den letzten Tagen hab ich so einiges erlebt. Darum fang ich am besten wieder von vorne an.

Am Donnerstag waren wir das erste Mal in der Uni. Die ist echt schön. Das sind einzelnen Häuschen, die aussehen wir ganz normale Wohnhäuser. In der Mitte ist ein kleiner Platz (denke ich, man kann ja grad nicht so viel sehen) und von da aus kann man in jedes Gebäude gehen, von denen es 5 oder so gibt. Die Schweden sind ziemlich schlau und haben zwischen die Gebäude immer Verbindungswege gebaut. Mal unterirdisch, mal als Glastunnel überirdisch. So muss man nicht raus in die Kälte.

Inzwischen hab ich übrigens rausgefunden, dass es in den letzten Tagen mal -20 Grad waren. Da wär ich in Deutschland ziemlich sicher erfroren. Aber hier ist es irgendwie ganz gut zu ertragen. Und jetzt ist es wieder warm, zumindest fühlt es sich bei -2 Grad so an.

Aber zurück in die Uni: Zuerst waren wir bei unserem Fachbereich und haben da unseren Stundenplan bekommen. Das System hier ist wirklich ziemlich anders, aber mir gefällts ganz gut: Ich hab ab morgen für 5 Wochen (oder so) nur einen einzigen Kurs. Also Blockunterricht. Aber nicht jeden Tag! Ich hab morgen 2 Stunden und dann erstmal 3 Wochen frei. Dann hab ich eine ganze Woche jeden Tag 2 Stunden und dann in der folgenden Woche noch eine Mal 2 Stunden, ich denke für die Klausur. Und dann ist die Veranstaltung abgeschlossen und ich habe eine andere. Nur Schwedisch ist durchgehend, aber das ist ja klar.

Dann haben wir eine Führung durch die Uni gemacht und die haben uns was ziemlich lustiges gezeigt: eine Screammachine. Das ist ein Kasten mit einem Trichter dran und oben ist ein Buch. Wenn man in diesem Trichter schreit, weil man eine schlechte Note bekommen hat oder so, blättert das Buch um. Das ist mal nette Kunst. (Ja, es ist Kunst, wurde uns erklärt. Weil die Uni vom Staat gebaut wurde, muss ein bestimmter Betrag in Kunst investiert werden. So kam man zur Screammachine.) Nachmittags wurden wir dann von dem Vize-Kanzler der Uni begrüßt. Der war ganz witzig und hat uns erstmal erklärt, dass es nicht wahr ist, dass Schweden, die höchste Selbstmordrate der Welt hat. OK! Dann kamen noch einige andere Redner und haben uns mehr oder weniger wichtige Tipps gegeben. Aber das bemerkenswerte ist: In jedem Raum, in dem wir waren, waren die Stühle gepolstert! Das gibt’s in Landau nicht. Und in dem letzten Hörsaal hatten wir alle Tischmikros. Wir hatten eine Videokonferenz mit den beiden anderen Campussen (Mist, langsam sollte ich wirklich mal nachgucken, wie die Mehrzahl von Campus ist. Mein Latinum sagt Campus mit lang gesprochenem uuuuu) und damit die uns auch hören eben Mikros. Ziemlich cool!

Wir waren ausnahmsweise auch in der Mensa am Donnerstag und Freitag. Ausnahmsweise, den die ist richtig teuer. 6 Euro und nicht mal Nachtisch dabei. Aber auch da haben die schlauen Schweden mitgedacht und haben echt an jeder Ecke eine Art Esszimmer. Da steht ein Tisch und Stühle und es gibt einen Kühlschrank und Mikrowellen. Also haben wir uns direkt mit jeder Menge Mikrowellenessen eingedeckt.

Nach der Uni sind wir noch in die Stadt gegangen um etwas Alkoholisches zu kaufen (nur für den Geburtstag natürlich). Das ist so, dass man in den normalen Supermärkten nur Getränke bis 3,5% bekommt. Und dann gibt es vom Staat geführte Läden „System Bolaget“ in denen man dann alles andere bekommt. Und mal wieder richtig teuer da! Darum auch nur zum Geburtstag…

Naja, und dann waren wir natürlich noch bei H&M. Klaro. In der Kinderbteilung gibt’s da tolle Sachen. Und weil die Schweden irgendwie was größer sind als wir, passt uns da auch ziemlich viel.

Abends haben wir ganz ruhig in meinen Geburtstag gefeiert, denn am Freitag mussten wir wieder in die Uni.

Als ich aufgestanden bin, hatte Juli ein echtes Kunstwerk für mich vorbereitet. Sie hat auf Alufolie (auf was sonst?) ganz viele Süßigkeiten zu „Happy Birthday“ gelegt und mir Rosen aus Alufolie gebastelt. Total schön!

In der Uni hatten wir erst eine Einführung in das ganze Computersystem hier und danach eine Einführung in eine spezielle Lernumgebung. Der Lehrer war echt krass. Am Tag vorher erklärt uns der Vize-Kanzler noch, dass wir auf keinen Fall zu spät kommen sollen, weil die Schweden großen Wert auf Pünktlichkeit legen und dann sitzen wir alle im Raum und warten eine Viertelstunde bis da endlich mal jemand kommt. Dieser Jemand hat uns aber erstmal gar nicht gesagt, dass er unser Lehrer ist, sondern ist seelenruhig durch den Raum gegangen und hat sich umgeguckt. Plötzlich fäng der an, einen Laptop auszupacken und projiziert was an die Wand. Da haben wir dann mal gefragt, ob der unser Lehrer ist. Nein, er ist nur Administrator. Aha, gut. Und dann fängt der an uns zu erzählen wie das geht mit der Lernumgebung. Eigenartig. Aber das komischste kommt noch: Nach 10 Minuten war der fertig und erklärt und dann eine Dreiviertelstunde, wo wir am besten Ski fahren, wie man da hin kommt und wo es nicht so gut ist. Toll!

Nachmittags hatten wir eine Stadtführung. Sehr interessant. Sundsvall in in wenigen Jahren 3 mal abgebrannt. Das letzte Mal 1888 oder so. Und nun ist alles aus Stein und Drachen beschützen die Stadt. Stimmt, nix brennt hier.

Und dann, ja dann, dann ging’s endlich zu IKEA. Erstmal haben wir Köttbulla gegessen. Und dann hab ich mir einen Tisch gekauft, einen Mülleimer und lauter so Zeug. Vanillekerzen halt und so. Um 8 waren wir dann endlich zu Hause und um 9 sind wir wieder los zu einer Party.

Die war richtig toll. Alle Leute waren unglaublich nett und man kann fast denken, die freuen sich, dass genau Du jetzt vor denen stehst und mit denen erzählst. Ich hab Leute aus Amerika, Pakistan, dem Iran, der Türkei, Kanada, Holland, Belgien, Lettland, Spanien, China und Deutschland kennengelernt. Vielleicht noch mehr, weiß nicht mehr genau. Das war echt toll. Um 12 geht in dem Stundentenwohnheim, in dem die Party war, der Strom aus (also zumindest in dem Partyraum) und so sind wir dann in einen Club gegangen. Boah, bis ich der Frau da mal erklärt hatte, dass mein blauer Papierfetzen ein deutscher Studentenausweis ist (danke Landau!), dass das da mein Geburtsdatum ist (die schreiben hier die Daten JJMMDD) und ich also bitte den ermäßigten Eintritt zahle… Die Klos waren sehr komisch, das wär in Deutschland glaub ich nicht erlaubt: es gab 2 Klos, aber beide Unisex. (In der Uni sind die Klos übrigens dadurch gekennzeichnet, dass sie schwarz-weiß gestreift sind. Lustig, wie im Knast!) In der Disco haben wir dann noch viel mehr Leute kennengelernt und ganz viel getanzt und dann sind wir irgendwann nach Hause gefahren. Wurd auch Zeit, ich war ganz schön heiser. Dabei haben wir dann schon wieder Leute kennengelernt, so dass ich jetzt gar nicht mehr klar komme mit den ganzen Namen und Länder und Wohnorten… Aber es war ein echt schöner Abend.

Am Samstag haben wir erstmal nix gemacht. Das war aber auch besser so… Abends sind wir einkaufen gegangen. Der Supermarkt hier macht Samstag nicht etwa früher zu (als 10, wie in der Woche), nein, der macht nur später auf. Sehr praktisch, wer geht schon Samstags um 8 einkaufen? 10 reicht völlig. Naja, danach waren wir jedenfalls noch bei den Lettinen auf einer kleinen Party. Du kennst doch die IKEA-Werbung „Wir feiern Kunt“, wo alle ihre Weihnachtsbäume aus dem Fenster schmeißen, oder? Ja! Ich hab’s gesehen. Naja, also das Werfen nicht, aber unter dem Balkon lagen 3 Weihnachtsbäume. Und gelegt hat die sicher keiner. Irgendwie waren wir dann aber alle nicht so motiviert zu sprechen und so wollten wir eigentlich ins Bett. Ha, von wegen schlafen, dachte sich da mein Nachbar und hat um ein Uhr nachts dann mal den Bass ausgepackt. Und da hat sich dann ein anderer gedacht, dass er doch auch noch ein bisschen Schlagzeug spielen kann. Klar, warum nicht. Also gab’s Schlaf erst um 3. Wenigstens haben die zusammen gespielt.

Heute war auch eher ein fauler Tag. Um 6 kamen einige Leute und ich hab gekocht. Nudeln mit Erbsensoße. Wundervoll, danke Lisa und Manu! Und zum Nachtisch gab’s die 2. Hälfte von meinem Geburstagskuchen, den Juli mir geschenkt hat. Das war ein Aftereight-Kuchen, sehr gut. Dann haben wir noch einen Film geguckt und jetzt gehen wir mal wieder schlafen. Bin gespannt, wann die Bass-Stunde anfängt. Gute Nacht!

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