Mittwoch, 20. Januar 2010

Hi!

Heute war ein erfolgreicher Tag! Ich hab mein erstes Telefonat auf Schwedisch geführt (naja, fast), meine erste Busfahrt alleine absolviert und endlich mein Learning Agreement unterschrieben bekommen. Jetzt kommt endlich Geld.

Die Busfahrt

Also das mit den Bussen hier ist so ne Sache. Man kann hier nicht bar zahlen. Man muss entweder eine Karte vom Busunternehmen haben, die man aber nicht im Bus bekommt, oder man muss mit Kreditkarte zahlen. Eine andere Möglichkeit habe ich noch nicht gefunden, um einsteigen zu dürfen. Doch, eine noch: Man muss sich ein bisschen doof anstellen und die Kreditkarte darf nicht funktionieren. Wenn dann auch noch der Busfahrer schlecht Englisch spricht (dafür braucht man aber sehr viel Glück), dann sagt er irgendwann „Go!“ Das ist mir heute passiert. Meine Buskarte war leer und so bin ich umsonst gefahren. Jetzt würd ich ja gerne sagen, wie viel ich gespart hab, aber das weiß ich nicht. Das ist nämlich so: Man läd Geld auf die Karte und muss die dann im Bus immer gegen so ein Ding drücken, also eigentlich muss man mit der Karte einen Knopf in einem Automaten im Bus drücken. Und dann erscheint für eine Millisekunde, was das kostet. Das ist sehr wichtig und man muss gut darauf vorbereitet sein, denn man kann einfach nie wissen, was es diesmal kostet. Normalerweise kostet eine Fahrt irgendwas um 1,90€. Aber je öfter man fährt, desto billiger wird es, aber es kommt auch auf die Uhrzeit an. Nach 24 Uhr wird’s doppelt so teuer. Wann es billiger ist, weiß ich nicht. Aber da das nicht mal die Schweden selbst wissen, ist mir das auch fast egal. Jedenfalls bin ich heute in den Bus gestiegen, um zum Krankenhaus zu fahren, wo meine Hypo weitergemacht wird. Ich hab also ganz freundlich den Busfahrer gefragt, ob er Englisch spricht (und das auf Schwedisch… haha!) und er hat gesagt „a little“. Stimmt. So´n Mist. Denn ich hab ihn gefragt, ob er mir bitte sagen kann, wo ich aussteigen muss und er hat immer gesagt Navet (das ist der Busbahnhof) und not und directly… Er wollte mir sagen, dass ER am Bahnhof aussteigt, ICH aber in genau dem richtigen Bus sitze und einfach sitzen bleiben soll, auch wenn alle anderen aussteigen und der neue Busfahrer mir Bescheid sagen wird, wann ich aussteigen soll. Hm, das hab ich aber nicht mitbekommen. Also bin ich leider 2 Stationen zu früh ausgestiegen. War aber auch nicht so schlimm. So hab ich auch mal die schwedischen Schnellstraßen (Schnell-? von wegen!) kennengelernt.

Das Telefonat

Ich habe natürlich vorher im Krankenhaus angerufen und Hallo gesagt, und das hier ich bin und ob sie Englisch spricht. Natürlich auf Schwedisch. Und anscheinend bin ich gar nicht als absolute Nicht-Schwedisch-Sprecherin aufgefallen, denn daraufhin hat sie erstmal 3 Minuten Schwedisch mit mir gesprochen. Cool. Aber dann musste ich der leider sagen, dass ich kein Wort verstanden hab (das konnte ich nur auf Englisch) und dann hat sie gesagt „augenblicka“ oder so. Das hab ich verstanden. Und dann ging es weiter auf Englisch.

Im Krankenhaus wurde eine meiner Vermutungen über Schweden bestätigt, die ich schon seit Beginn hege: Hier ist alles absolut kundenfreundlich! Überall hängen riesige Schilder mit Pfeilen, die immer in die richtige Richtung zeigen. Also gut, warum sollten die auch in die falsche Richtung zeigen, aber ich mein, die kann man immer verstehen und man kommt ganz genau dahin, wo man hin will! In der Uni ist das auch so und in den Geschäften auch. Sehr gut finde ich das.

Eine andere Vermutung wurde dagegen entkräftet (aber sie noch nicht komplett kraftlos). Eigentlich findet man überall, wo man an einen Schalter, einer Rezeption oder ähnliches muss, solche Automaten, an denen man eine Nummer ziehen muss, wie es sie bei uns nur beim Arbeitsamt gibt. Das war bisher in den Banken so, in der Apotheke und noch irgendwo, hab ich vergessen, also hab ich das auch und gerade im Krankenhaus erwartet. Aber nix. Man darf sich einfach in die Schlange stellen. Dabei find ich Nummern ziehen viel besser. Dann kann man wenigstens noch was machen, während man wartet. Einkaufen oder so.

Heute hab ich auch zum ersten Mal eine Schwedin gesehen, die wirklich so aussah, wie man sie sich vorstellt. Leider musste ich ein bisschen lachen, als ich die gesehen hab. Kam wohl nicht so gut an.

Gestern waren wir ja in der Uni. Und wir mussten im Eingang warten. Und plötzlich kam da eine Frau mit einem großen Korb voll Obst und Bonbons und Lollis. Ich wollt schon neidisch werden, aber da stellt die den auf den Tisch und geht wieder weg. Alle sind drauf gestürzt und haben mir dann erklärt, dass der für uns ist, also für jeden, der da vorbei kommt. Total toll!

So jetzt gehen wir ins Kårhuset. Das ist das Gebäude der Student Union. Da ist heute ne Party, die schon um 6 angefangen hat. Was das wohl für ne Party ist…

Noch einen schönen Abend für Dich!

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