Samstag, 30. Januar 2010

Hallo liebe Leute!

Erstmal hab ich etwas zu verkünden: Meine tolle Kollegin (zur Zeit Ex-Kollegin) Kristina, die genau vor einem Jahr hier war, hat mir verraten, wie das mit dem Bus funktioniert: Also es wird auf dem Display angezeigt, wie viel Restguthaben ich noch habe. Danke Kristina!!! Und ich hab mich schon gewundert, warum ich für 85, 75, 75, 35, 8, 7 und 3 Kronen fahre…

Also, gestern war ich endlich mal fleißig! Am Donnerstag hab ich ne Menge Bücher aus der Bücherei geholt und gestern hab ich mich dann mal rangemacht. Ein Mindmap ist dabei rausgekommen. Der ein oder andere Dozent schwört ja darauf…

Viel mehr hab ich dann aber doch nicht gemacht, also außer Uni-Arbeit. Ein bisschen gestrickt. Jetzt gibt’s Kniestrümpfe. Hoffentlich werden die gleich groß.

Und dann haben wir uns noch zum Skifahren verabredet. Ich hab mir nämlich eine Skihose gekauft. Ja, und da hat sich das Geheimnis gelüftet, warum die Schweden nicht verhungern, trotz etwa gleich hohem Aushilfslohn (also eigentlich weiß ich ja nur den Lohn einer Aushilfe im Hotel, Netto, aber ich verallgemeinere das jetzt mal…) und diesen unglaublich hohen Kosten für so ungefähr alles hier: Man kann mit fast jedem, der keine Lebensmittel verkauft, handeln. Also handeln muss man eigentlich gar nicht, die bieten einem von sich aus ne Menge Rabatt an, wenn man nur nach dem Günstigsten fragt. Das ist mir im ersten Sportladen passiert, im zweiten und auch im dritten. Und bei der Schnitzeljagd haben wir ja erfahren, dass man sogar Eier und Limo geschenkt bekommt, wenn man nur fragt. Und bei Germanwings muss man in Stockholm 12 Kilo Übergepäck nicht bezahlen, wenn man Glück hat (hat Sophie berichtet). Aber wie das wohl bei den großen Läden aussieht? (Obwohl McDonalds, der übrigens nun statt Rot Grün werden soll, und Intersport ja doch ziemlich groß sind.) Ich werd das mal ausprobieren!

Aber zurück zum Skifahren. Das war gestern ziemlich spontan. Ein anderer Deutscher wollte mitkommen und die Belgier und ein Spanier. Weil Florian nicht zu der Piste in Sundsvall wollte, haben wir uns auf Timrå geeinigt. Er hat dann auch den Fahrplan rausgesucht und wir wollten heute um kurz vor 9 den Bus nehmen. Aber leider konnte er dann doch nicht mehr, weil er arbeiten musste. Also haben wir heute morgen noch ganz schnell mit Miguel abgesprochen, dass er sich den Fahrplan anguckt und dann haben sogar die ersten beiden Busse gefunden und bekommen. Mit dem zweiten sind wir bis zum Birsta gefahren. Das ist so ein riesiges Einkaufsgebiet. Unter anderem gibt es da einen großen IKEA (naja, wann ist ein IKEA nicht groß, aber das muss hier trotzdem mal betont werden, s.u.). Von Birsta sollten wir den Bus 77 nehmen und zur Piste zu kommen. Leider sind wir falsch ausgestiegen, was wir daran gemerkt haben, dass alle anderen erst bei der nächsten Haltestellen ausgestiegen sind und die 77 da auch nicht auf dem Plan stand. Also sind wir zur nächsten Haltestelle gelaufen. Achsooo, also ich muss unbedingt noch erwähnen, dass es heute -22° Celsius waren!!! Also nächste Haltestelle. Da stand die 77 aber auch nicht dran. Dann zu 2 weitern Haltestellen. Nichts! Und so haben wir dann den gesamten IKEA einmal umrundet. Ist ein wirklich großer IKEA! Als uns endlich mal jemand entgegen kam, haben wir gefragt, wo wir hin müssen. Die hat uns zur nächsten Haltestelle geschickt, auch nix. Inzwischen hab ich meine Zehen nicht mehr gespürt und hab mir überlegt, ob es passieren kann, dass Zehen abbrechen, wenn sie gefroren sind. Hat damit jemand Erfahrung? Nach der letzten Haltestelle haben wir dann mal Florian aus dem Bett geklingelt. Und der hat uns wieder zur ersten Haltestelle geschickt. War glücklicherweise nicht so weit, wir sind ja im Kreis gelaufen. Aber natürlich stand der Bus da immer noch nicht dran. Aber ein anderer, der auch in die Nähe fahren soll. Nach einer kurzen Kaffeepause im Coop und 10 Minuten, die wir an der Haltestelle standen und der Bus nicht kam, haben wir dann mal einen anderen Busfahrer gefragt. Der guckt in sein Fahrplanbuch auf die Seite mit dem Bus Nr. 77 und sagt „Ihr müsst den Bus 609 nehmen.“ Hä? Aber gut, wir wussten wann der fahren soll und sind zur nun 5. (? wer hat mitgezählt?) Haltestelle gegangen. Die ist ziemlich versteckt und lag nicht auf unserer Route um den IKEA, darum haben wir die nicht gesehen. Aber tatsächlich, da fährt die 77 ab! (Aber nicht die 609!) Gut. Oder auch nicht. Wir wussten nicht genau, wo wir aussteigen müssen und haben den Busfahrer gefragt, ob der uns bitte sagen kann, wo die Skipiste ist. Ne, geht nicht, weil er nicht hier wohnt. Interessant. Aber so eine Piste sieht man ja. Und nach 5 Minuten haben wir dann tatsächlich das Schild zur Piste gesehen. Im Vorbeifahren. Aber da der Bus einen Kreis fährt und wir keine Haltestelle gesehen haben, sind wir sitzen geblieben und haben gehofft, dass er noch näher ran fährt. Nach weiteren 5 Minuten kam uns das doch komisch vor, dass der wieder zurück auf die Hauptstraße fährt und wir haben ihn nach einem Straßennamen gefragt, der uns inzwischen eingefallen war. Jaja, die haben Sie jetzt verpasst. Mist. Also sind wir ausgestiegen und haben uns zu Fuß auf den Rückweg gemacht. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, auf was für einer Straße wir da gelaufen sind und ob da Fußgänger erlaubt sind. Das sieht man ja unter dem Schnee alles gar nicht Jedenfalls waren die Autos ziemlich schnell. Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann endlich an der Piste angekommen, total fertig vom Laufen und Frieren, und dann passiert das, was wir den ganzen Morgen schon geahnt, aber nicht ausgesprochen haben: Der Lift ist geschlossen. Wahrscheinlich bis 13 Uhr. Ohje. Aber man kann sich ja auf die Schweden verlassen! Ein netter Mann, der uns die Verzweiflung wohl angesehen hat, stiegt extra aus seinem Auto aus und hat uns gesagt, wo wir jemanden finden, der uns Auskunft geben kann. Und dieser hat uns dann eine Wärmestube gezeigt in der wir dann noch eineinhalb Stunden verbracht haben. Irgendwann gings dann aber endlich los. Ach, die Leute da waren wirklich sehr nett. Erst hat der Betreiber von der Piste (denk ich mal) uns Rabatt auf die Leihgebühr gegeben, „weil es so kalt ist“, dann hat er dem Lorenz, der doch tatsächlich so unglaublich dumm war und bei -22°C (man kann es nicht oft genug wiederholen) mit einer zerlöcherten Jeans und nicht sonst (also obenrum schon, und ne Unterhose hatte der hoffentlich auch an, aber auf keinen Fall eine lange) Ski fahren wollte, seine Skihose geliehen und zu guter Letzt hat er uns ständig gefragt, ob wir Spaß haben, ob alles in Ordnung ist usw. Und auch eine einfachere Piste, durch den Wald, hat er mir empfohlen. Tja, ich muss wohl ziemlich für Gelächter gesorgt haben, denn erst das und dann fragt mich die Ausleiherin bei der Rückgabe „Warst Du die, die durch den tiefen Schnee gelaufen ist?“ Ja, ich habs versucht. Das letzte Stückchen war mir nämlich echt ein bisschen zu steil. Und da ich eh schon im Schnee lag, hab ich einfach meine Skier ausgezogen und bin neben der Piste hergelaufen. Das war auch erst kein Problem. Und plötzlich steckte ich bis zur Hüfte in Schnee fest. Und das mit diesen sprerrigen Schuhen. Aber ich hab gekämpft und bin tatsächlich ohne fremde Hilfe rausgekommen. Das ist also nix. Auf der Piste gehen, geht auch nicht, weil ich da gleich die Skier nehmen könnte, so steil und rutschig ist das. Was bleibt also übrig? Richtig, Skier unter den einen Arm, Stöcke unter den anderen und auf dem Hintern runter gerutscht. Hat auch Spaß gemacht. Ab da bin ich dann aber das letzte Stück immer durch den Wald gefahren. Das war einfacher und mich konnte keiner beobachten, wenn ich doch mal wieder falle. Beobachten konnten mich allerdings überhaupt nur die Pistenmenschen und 5 Kinder (die geflitzt sind wie Wahnsinnig, aber ziemlich gut!), mehr Leute waren nicht da. Man muss ja auch ganz schön doof sein, bei -22°C Ski fahren zu gehen.

(Zum dritten Mal jetzt Ski fahren. Wer guckt in den Duden uns sagt mir, ob´s zusammen oder getrennt geschrieben wird? Ich wette, zusammen. Um kein Risiko einzugehen, verwende ich aber lieber mal beides. Herr Schneider sagt eh, dass das, was benutzt wird, sich durchsetzt.)

Jedenfalls sehr nett, die Pistenmenschen. Auch in den Lift haben die uns am Anfang geholfen. Leider später nicht mehr und ich hatte so einige Problemchen. Aber ich hatte mich ja eh schon lächerlich gemacht. Ach ja, meine Hose ist auch noch gerissen. Im Schritt. Beim allerersten Pflug, den ich gemacht hab. Super Qualität würd ich mal sagen. Bei 25 Euro für eine Skihose, finde ich, kann die doch wenigstens mal eine Abfahrt mitmachen.

So, leider mussten wir uns dann um 4 wieder auf den Heimweg machen. Leider, weil es erstens sehr schnell rum ging und zweitens, weil dass, was dann kam, das Sahnehäubchen war, das uns gefehlt hatte, um an diesem Tag so richtig durchzudrehen. Miguel hatte ja schon bei der Hinfahrt gesagt, er lache, weil er eigentlich weinen möchte. Hätte der gewusst. Nun ja. Also er hatte in Erinnerung, dass der Bus um viertel nach 4 kommt. Weil das aber bei den Bussen immer so eine Sache ist, waren wir schon um kurz vor 4 da. Da? Ja! Wir haben die Bushaltestelle auf unserem Hinmarsch doch noch entdeckt. Kein Wunder, dass der Busfahrer die nicht kennt. Da hing nämlich nur ein DIN A4 großes Schild mit dem Buslogo drauf, mehr nicht. Also auch kein Plan, auf dem steht, wann der Bus wirklich kommt. 15 Minuten sind zur Not ja auch noch zu ertragen, bei -22°C. Aber um viertel nach 4 kam einfach kein Bus. Auch nicht um halb 5 oder um viertel vor 5. So standen wir also eine knappe Stunde neben der Schnellstraße und haben uns mit lettischen Warmhaltespielen unterhalten, bis um 10 vor 5 endlich der Bus kam. Boah, waren wir durchgefroren. Das hat der Busfahrer wohl auch gemerkt und hat den nächsten Bus, in den wir umsteigen mussten, für uns angefunkt, dass er bitte warten möchte. Sehr nett. Und dann lief auch endlich alles reibungslos!

Wir waren auf dem Heimweg noch schnell in einem kleinen Supermarkt am Bahnhof. Das ist ein witziges Ding: Dass hier ja einiges mit Computern, Sensoren oder jedenfalls ohne menschliches Zutun läuft, ist mir ja schon aufgefallen. Alle möglichen Eingangstüren muss man mit Transpondern oder Zugangskarten öffnen, im Bus kann man nicht bar zahlen, seine Fahrkarte stempelt man nicht aktiv ab, sondern hält sie gegen einen Automaten, der Busfahrer bedient kein Fahrplanbuch (außer wenn er wissen will, wie man zur Skipiste im Timrå kommt), sondern hat einen Touchscreen, im großen Supermarkt bei uns hat man Scanner, die u.a. das Bezahlen erledigen (das hab ich mittlerweile rausgefunden) usw. Aber das in diesem Supermarkt hat mich echt verblüfft. Da sitzt zwar jemand hinter der Kasse, der zieht aber nur die Sachen über den Scanner, nimmt Scheine an und tippt dann ein, wie viel Geld er bekommen hat. Die Scheine steckt er in einen Automat hinter der Kasse. Wenn man Scheine zurück bekommt, kommen die auch aus diesem Automat wieder raus. Wenn man Kleingeld bekommt, fällt das vorne (also zum Kunden gerichtet) aus einem anderen (oder dem gleichen) Automat. Und da muss man auch sein Kleingeld reinwerfen, wenn man denn damit bezahlen will. Echt krass.

So, jetzt werd ich ins Bett gehen, und hoffen, dass ich nicht krank bin. Mir läuft nämlich schon den ganzen Tag die Nase wie verrückt.

Ach ne, eins noch: Ich hab wunderschöne Eisblumen an meinem Fenster. Die sind in dem Zwischenraum an der Scheibe nach außen. Wunderhübsch!

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